Auf ein neues in Changchun!

Sonntag, 17.03.2013

Verrueckte Taxifahrer, Hochhaeuser voller leuchtender Schriftzeichen, Spiesschenstaende, Dauerhupen und keiner spricht meine Sprache? – Ich bin zurueck in Changchun/China.

Was vor 2 Jahren als jugendlich, motiviertes Abenteuer begann, in denen ich 4 Monate waehrend meines Studium den Nord-Osten Chinas erkundete, findet seit dem Jahreswechsel 2012/2013 seine Fortsetzung. Als am Ende meines Studiums die Anfrage kam ob ich denn nicht nach einer 12 monatigen Vorbereitungsphase in unserem Stammwerk in Deutschland die Reise nach Changchun antreten moechte, gab es fuer mich keine 2 Antworten. So arbeite und lebe ich seit dem 1. Januar 2013 in dem kalten Nord-Osten Chinas. Ich bin als sogenannter „Expat“ angestellt – als entsendeter Experte, der Entwicklungshilfe fuer einen Firmenstandort leistet bis das Werk autark arbeiten kann. Der Job ist auf 3 Jahre fixiert.

3 Jahre von Familie & Freunde getrennt sein, mein liebgewonnenes Stuttgart verlassen? All das habe ich mit einem weinenden Auge in Kauf genommen. Doch was ist mit Freundin – 3 Jahre Fernbeziehung, 10.000km voneinander getrennt sein, 2mal im Jahr sehen? Das waer dann doch zuviel des Guten. Deshalb werde ich begleitet von meiner englischen Lebensgefaehrtin Zobia, die dieses Abenteur mit mir gemeinsam bestreiten moechte.  Sie hat vor 2 Jahren bei einem 3-woechigen Besuch in Changchun schon einmal einen Eindruck gewonnen, was es heisst hier zuleben. Aber was machen als studierte Neurowissenschaftlerin in Chinas Norden? Nach 2 Monaten kann ich sagen – die internationale, amerikanische Schule hat sie als Lehrerin fuer Englisch, Mathe und Geografie eingestellt.

Changchun hat uns zum Jahreswechsel mit traumhaften Temperaturen von -30Grad foermlich ueberrascht. Zudem ging in unserem neubezogenen Apartment die Heizung nicht. Das ein oder andere Mal ist das Schloss der Ausgangstuer eingefroren, sodass wir das Haus nicht verlassen konnten. Jeder Schritt in freier Umgebung muss einem ausgedehnten Scanning unterzogen werden, denn die Strassen, Gehwege, Treppen bestehen aus blanken Eis. Alle Autos fahren mit Sommerreifen, max. Geschwindigkeit betraegt 20 – 30km/h. Busse fangen 200-300m vor der Haltestelle an ins „Ziel zu rutschen“.

Als waere der ganze Stress mit Anreise aus Deutschland nach China nicht genug fuer eine Weile bestieg ich bereits das 1. Wochenende nach meiner Ankunft den ersten Flieger. Ziel war Beijing (Peking). Zum 30. Geburtstag eines Freundes gab es kein geringeres Geschenk als einen Flug nach Beijing fuer ein Maennerwochenende. 7 Maenner in Chinas Hauptstadt? Die Bilder erspare ich mir. An der Stelle hoechste Anerkennung fuer Hendrik – der kam extra aus Frankfurt fuer 2 (!!!) Tage nach Beijing geflogen. Eine riesen Aktion wovor ich meinen Hut ziehe. An dem genannten Wochenende wurden auch in Beijing mit ca, 668ppm die bislang hoechsten Luftverschmutzungswerte Werte gemessen. Bewohner wurden davor gewarnt vor die Tuer zugehen.  Leider ging die Info an uns vorbei. Die Wahrscheinlichkeit an Lungenkrebs zu erkranken, habe ich damit vermutlich nicht verringert.

Und so aktiv ging es auch weiter. Bereits das 2. Wochenende haben wir uns mit Arbeitskollegen in den Schnellzug nach Harbin gesetzt. Harbin ist die letzte Millionenmetropole vor der russischen Grenze. Hinter der Grenze wartet Sibieren auf dich – da kam auch die Kaelte her.;) In Harbin findet jedes Jahr das weltgroesste „Eis und Schneefestival“ statt. Aus dem Fluss im Stadtzentrum werden monstroese Eisbloecke herausgeschnitten und zu Hausern und Skulpturen verbaut. In das Innere werden Leuchtstoffroehren eingesetzt, die nach der Daemmerung eine traumhafte Atmosphaere schaffen. Die Schneewelt besucht man am besten am Tage. Hier wurden neben Skulpturen und ganzen Themenparks Burgen bis zu 30m Hoehe gebaut. Der Clou daran, im Inneren der Burg wurde ein Rutschensystem aufgebaut – vergleichbar mit einem Spassbad rutscht man hier mit einem Reifen durch die engen Tunnel. Ein unglaublicher Spass. Schoneinmal Strandbuggy auf Schnee gefahren – Nein? Kein Problem – in Harbin ist alles moeglich.

Changchun West Bahnhof - Zugfahren ist noch nicht populär genug Harbin Eiswelt Eisrutschen fuer Kinder... und uns :) es war kalt! seehr kalt Bei den Temperaturen frieren solch riesen Fluesse durch Schneewelt Buggyfahren auf Schnee :-D Schnee-Bildhauer am Werk... WOOOW Auslauf vom Rutschenpark Ein Hauch Ägypten in Nor-Ost China Wusste garnicht, dass es auf den Osterinseln schneit :-D

Anfang Februar naehrte sich das Chinesische Neujahr. Das Jahr der Schlange  sollte 2 Wochen lang mit gewaltigen und nicht endenden Feuerwerken begruesst werden. Da Zobia und ich aber bereits genug von den eisigen Temperaturen hatten, buchten wir uns spontan ein Flug ins Warme. Gelandet sind wir in Ho Chi Minh City / Vietnam bei 35Grad  - was einem Temperaturunterschied zu der Zeit von 60 Grad entsprach. Ich hatte ganz vergessen wie sich Schwitzen anfuehlt. :D Unsere erste Station fuer knapp 4 Tage war die Stadt Can Tho im Mekong Delta ca. 4 Busstunden von HCMC entfernt. Ein Gebiet voller Fluesse, Reisfeldern, Fruchtanbau jeglicher Art und einer sehr ausgepraegten Armut. Neben Bootstouren durch die vielzaehligen Kanaele, haben wir uns mit Zobia eines Tags 2 Fahrraeder ausgeliehen und haben die Armenviertel am Wasser durchquert. Die Menschen leben in absolut bescheidenen Verhaeltnissen. Der Mekong ist deren Lebensader. Ob Baden, Kochen, Waesche waschen, menschliche Beduerfnisse befriedigen, Muell entsorgen, Felder bewaessern  oder eben als Transportweg – der Mekong ist fuer alles da. Jedoch sahen die Menschen gluecklich aus. Unsere Raeder wurden permanent von rennenden Kindern verfolgt und eine Einladung zum Essen folgte der Naechsten. Viele Auslaender verirren sich nicht in die Gegend. Von Can Tho ging es nach Mui Ne. Nach 14h sitzen in diversen Bussen, Diskussionen an Ticketschaltern mit Haenden und Fuessen und liegen gelassenen Nerven hatten wir unser Stranddomizil am Pazifik erreicht. Was ist charakteristisch fuer Mui Ne? – Eine einzige Strasse parallel zum Meer, jedes Hostel oder Urlauber Resort mit Meerblick und direkter Strandlage und Kitesurfer soweit das Auge reicht. Man kann sich das vorstellen wie eine Kuestenstrasse an der sich Huettchen angesiedelt haben. Keine Bettenburgen oder Clubhotels, sondern teure Resorts fuer Gutbetuchte oder eben traumhaft, gelegene Hostels fuer Rucksacktouristen wie uns. Neben Ausfluegen in die naehere Umgebung haben wir uns mal den Spass eines Straussritts gegoennt. Auch einfachmal ein Quad ausleihen und durch die nahegelegenen Sandduenen duesen – in Vietnam alles kein Problem. Mit viel Erholung und getankter Sonne im Gepaeck ging es wieder in unsere Wahlheimat Changchun. Dort angekommen wurden Zobia und ich zur gleichen Zeit von hartnaeckigen Magen-Darm Problemen heimgesucht – ich glaube es war das Krokodil ;)

Gelandet in Ho Chi Minh City hieß es warten auf's Visa...einige warteten schon 4h :( typische Strassenrestaurants Reste vom Krieg werden von der Bevölkerung gepflegt 80% der Verkehrsteilnehmer sind Motorräder Arm & Reich in einer Stadt Busticket kaufen war nicht immer einfach Taxi fahren :) angekommen in Can Tho - Fähre über den Mekong Strassenessen Mekong Mekong als Lebensader Bootstour durch die Kanäle des Mekongs Leben auf dem Wasser Sonnenuntergang im Mekong Buddhismus als Hauptreligion Lokaler Markt Schlafend oder Ohnmaechtig? Mit dem Motorrad die Einkaeufe erledigen mit dem Rad durch die Mekongregion Armut auf engstem Raum fruchtbarster Boden sichert die Ernährung Guten Morgen Vietnam Besuch des größten Welcome to Mui Ne - der Pazifik ruft unsere Unterkunft hatte was... Kitesurfer lieben diese Region solche Momente verschlagen einem die Worte Krokodil vom Spieß - es war sehr lecker, aber unser Magen war es nicht gewohnt Straussreiten Groteske Schönheit Fischreichtum Pazifik fischen mit Nussschalen die etwas anderen Verkehrsteilnehmer selbst in der Wueste treffen wir Familien auf dem Motorroller Mit dem Quad ueber traumhafter Dünenlandschaften Einsamkeit als Urlaubsziel Kriegsmuseum in Ho Chi Minh City größte Kirche Vietnams

Ich bin gerade auf dem Weg nach Beijing zur Dienstreise. Der Landeanflug ist eingeleitet und reizende, chinesische Flugbegleiterin bitten mich den Laptop zuschliessen. Damit beende ich mein erstes Lebenszeichen aus China und sende die besten Gruesse nach Deutschland.

Felix 

 

 

Tag 120: Hochzeit auf Chinesisch!

Dienstag, 06.09.2011

Es ist gg 17Uhr. Mein letzter Arbeitstag neigt sich dem Ende zu. Wie das auch immer ist, soll der letzte auch der stressigste sein. Jeder will noch was von dir, Arbeit von 4 Monaten muss übergeben werden, Streitereien mit dem „Finance department“ über fehlende Stempel der chinesischen Regierung auf Rechnungen, die man eigentlich absetzen wollte und ganz nebenbei noch viiiiiele Hände schütteln und erzählen wie toll China war! ;-) Am heutigen Abend habe ich noch ca. 12 Mitarbeiter zum Dinner in ein chinesisches Restaurant eingeladen.  

Seit einer Weile habe ich mich nicht mehr gemeldet habe. Ich hatte viel damit zu tun auf Arbeit mein „Gehen“ vorzubereiten und natürlich alle Freundschaften die ich hier geschlossen habe nochmals zu pflegen. So wurde ich u.a. von Patience und Hongliang auf deren Hochzeit am vergangenen Wochenende eingeladen. Doch starten muss ich etwas zeitiger….

Am Mittwoch hieß es Junggesellenabschied feiern. In China sieht der aber etwas anders aus. Der zukünftige Bräutigam lädt all seine Freunde zum Essen ein, bei dem aber seine zukünftige auch mit am Tisch sitzt. Also macht man das, was Chinesen gerne machen: ganz viel Bier und Baichu (42%iger) trinken. „Gambei“ („Prost“) schallt es durch den Raum und geext werden die 100ml großen Gläser. Das Spiel geht aber alle 2min so und verweigern ist unhöflich. Somit scheiden nach und nach, ein Chinese nach den anderen aus dem Rennen aus. Zurück bleiben die Deutschen (2 an der Zahl) und die voluminösesten Chinesen. Alle anderen schlafen bereits auf ihrem Stuhl. :-D (kein Spaß) Ein harter Kern von 7 Mann „steuerte“ dann noch feucht fröhlich zum KTV (Karaoke). Neben viel Singen und Alkoholischem gibt es auch etwas zum knabbern. Popcorn, Früchte, Pistazien, Sonnenblumenkerne und mein  persönlicher Favorit: Hühnerfüße zum abknabbern. :-D

Am Freitag sollte dann die große „Generalprobe“ für die Hochzeit stattfinden. So wurde die Strecke vom Hotel der Braut zum feierlichen Zeremonie probeweise abgefahren, alle Reden einmal gehalten und diverse Ständchen gegeben. Ich sollte eigentlich als Fahrer für die ausländischen Gäste aus unserer Firma dienen. Nachdem ich Patience höflich darauf aufmerksam machte, dass ich keinen chinesischen Führerschein besitze (deutschen, internationalen, etc. Führerschein- interessiert hier keinen- das Ding muss in China gemacht sein), war ich aus der Geschichte raus. Die ganze Sache schien mir eh etwas überorganisiert, aber naja gut…

Somit widmete ich mich wie jedem Freitag noch mal dem Basketball spielen auf dem Gelände der Chang Chun University (eine von 54 Unis in Changchun!!!) mit ein paar Freunden. Vorort sind ca. 14 Körbe. Jedoch gibt es mehr als doppelt soviele Teams, die diese für sich beanspruchen. Deshalb „battelt“ man sich ständig mit den Herausforderern, was einfach einen heiden Spaß macht. Nach dem Sport gingen wir ins Restaurant, wo ich dieses schöne Bild fand: 7 Schildkröten mit Karotten garniert für ca. 2€ - „legger“!!!!

Am Samstag sollte nun um 11.18Uhr die Hochzeit starten. Warum die schräge Zeit? Die Acht ist eine Glückszahl und die Chinesen sind absolut abergläubisch. Somit will also jeder im 8. Stock leben, die 8 auf dem Nummernschild haben oder eben einfach um 11.18 Uhr heiraten. Dagegen ist die 4 selten vergeben, da sie in der Aussprache mit „Tod“ verwechselt werden kann und somit Pech bringt. Natürlich fing die Feierlichkeit erst kurz vor 12 an, da die Braut im dichten Stadtverkehr hängen blieb. Zu guter Letzt sperrte die Polizei noch die Zufahrtsstraße aus reiner Willkür ab (denn 1h später war sie wieder offen).  So fuhren auch wir, die Gäste, mit dem Auto über Fußgängerwege und Vorgärten zum Restaurant hin, wo die Feier stattfinden sollte. Familie & Freunde von Patience wurde mit einem Reisebus aus dem 300km entfernten Dörfern eingesammelt und angekarrt. Nach 1,5h hieß es dann wieder „Good Bye“- und ab nach Haus. Denn die ganze Feierlichkeit war nach 1h zu Ende (das schloss eine halbe Stunde essen ein). Die ganze Feier war – um es mit meinen männlichen Augen zusagen – brutal kitschig. Ihr zukünftiger Mann sang ein Ständchen, während er auf dem roten Teppich entlang schlenderte. Zwischen römischen Säulen hindurch, die auf der Spitze pompöse Blumensträuße trugen, zu Patience hin. Sie stand sehnsüchtig wartend unter einem, mit Rosen bestückten, Tor. Er hielt unter dieser Kulisse dann anschließend um ihre Hand an. Es folgten ein paar Reden, geleitet bei einem extra georderten Moderator. Zudem sangen Freunde Liebeslieder, bei denen unglücklicherweise die Anlage permanent aussetzte. Schlussendlich lief nichts wie geplant. Doch eine Sache hatte mir unglaublich gefallen und das war die Braut!!! Sie sah wunderhübsch aus. An diesem Tag hätte ich sie auch zu meiner Frau genommen. Nach einem ausgiebigen Mittagessen, bei dem die Bedienungen die Teller mit den Speisen je Tisch auf 3 Etagen stapelten, trat die Meute auch wieder den Heimweg an. Die verbliebenen Essenreste wurden in Plastetüten geschoben und von den Damen vom Dorf mitgenommen. Da trafen einfach 2 Welten aufeinander. Ohne bös zu klingen, aber einige von diesen Leuten sahen aus als wenn sie direkt von der Farmarbeit kämen. Zudem sahen sie absolut fertig aus- das muss man einfach so sagen. Fehlende Zähne (teilweise ganzes Gebiss weg), zerzauste Harre, zerrupfte Schuhe und Klammotten. Viele von ihnen waren das erste Mal in der Stadt und haben zudem das erste Mal einen Europäer gesehen. Am Abend traf sich das Brautpaar nur noch einmal mit den engsten Freunden zum Feiern. Dabei wurde die typische Reihenfolge eingehalten: erst Essen im Restaurant und dann KTV bis zum abwinken.

Kommen wir zum Schluß nochmal zum Sonntag. Nachdem wir mit unserem Firmen-Fußballteam die Stadtmeisterschaft erringen konnten, ging ich die letzten 4 Sonntag immer zum Badminton. Von 9-12Uhr hieß es sich von flinken Chinesen über den Platz scheuchen lassen. ;-) Anschließend traf ich mich mit einer ehemaligen Kollegin aus Stuttgart, die seit 2 Jahren in Mexico City lebt und arbeitet, aber im Moment bei uns in Changchun „aushilft“  und einer Werksstudentin aus Berlin, die gerade für 2 Monate bei uns ist. Wir mieteten uns ein Tretboot und schipperten über den wunderschönen South Lake in der City. Nach einem ausgiebigen Restaurantmahl begab ich mich mit meinem Freund von VW (mit dem ich bereits Dalian unsicher machte) zum aller letzten Mal in die Hände der Thai-Massage. Ja, ja… die Damen mit ihren heißen Steinen werden mir fehlen.

Nun ist auch das oben erwähnte Abschiedsessen vorbei und der Abreisetag ist angebrochen. Mit einer kleinen Rede bedankte ich mich nochmal bei allen Kollegen und bekam zum Abschied noch ein kleines Geschenk überreicht. Der Abschied fiel schwer, denn einige dieser Leute waren wirklich top Kollegen mit denen man Pferde stehlen konnte.

So toll wie China auch war – die Tasche ist gepackt und in 5h geht mein Flieger über Peking nach Frankfurt, wo ich am Mittwoch gg 6Uhr in der Früh landen soll. Von dort nehme ich dann den ICE nach Stuttgart ins „Ländle“.  Ich werde mich ein letztes Mal melden, wenn ich denn wieder gut angekommen bin. Aber doch schon jetzt kann ich euch sagen, wie sehr mich über das rege & permanente Interesse an meinem Blog freue.

  darfs ein Hühnerfüßchen sein?  das Brautpaar das hochzeitsessen South Lake South Lake Badminton de Schlidis Basketball an der chang chun University

Bis die Tage, dann aus Deutschland!

Euer Felix

Tag 108: 36 Bilder - 36 Geschichten

Donnerstag, 25.08.2011

Über nun fast 4 Monate häufen sich viele Bilder an die man jedoch nicht in einen sinnvollen Kontext fassen kann. Bilder von lustigen Momenten, Eindrücken aus dem chinesichen Hinterland oder einfach der chinesichen Angewohnheit an jedem erdenklichen Ort sich schlafen zu legen. Oft sind solch Aufnahmen in aller Hektik aus dem Auto heraus geschossen, doch zeigen sie trotz dessen was wir zum Schmunzeln brauchen. Aus diesem Grund: eine kleine Kollektion für euch! Viel Spaß dabei!!!

Ikea-TransportToilette 2.0Restaurant-nach 24h haben sie noch immer nicht aufgeräumtheiße BademodenStVo 2.0Toilette 2.1Motorräder werden nicht direkt betankt!...???Achtung!!! Honigverkauf in 5Liter Kanister irgendwo in der Pampa...und so sieht es im Zelt aka Produktion ausPlatz fürs Baby ist auch noch.Schlafen & Würstchen verkaufen - die Leute sind kreativyummy yum...:-/ Die Straße war zu eng für 2 LKWs! Vor unseren Augen passiertViehtransportwelcher Elektriker hat das verlegt?mit einer Angst vor Steinschlägen im Auto?Straßen in ChinaStraßen in China 2der Rost hält das Gefährt zusammenHome sweet homeBrücke 20t...Schlafen am Strassenrandauf die Kronkorken mit LascheRestaurant - Sauberkeit ist oberstes Gebotam Spießchengrill in Dalian-City... ein außerirdisches Auto setzt zum Wenden anSchrägwandlaufen für FortgeschritteneSkulpturen überallRestaurant - Geschirr wird nach dem Abwasch eingeschweißtunser Taxi kommt! ^^

Tag 101: Wer hat Lust auf Norwegen?

Donnerstag, 18.08.2011

Aufgepasst liebe Lesegemeinschaft! Es folgt eine Werbesendung!

Der ein oder andere von euch kennt Paul! Wir haben beide gemeinsam unser Abitur am Elsterschloß Gymnasium in Elstewerda abgelegt. Beide entschlossen wir uns anschließend für ein Maschinenbaustudium und schlußendlich zieht es uns beide permanent ins Ausland!

So hat es Paul, nach bereits vergangenen Auslandsaufenthalten in den USA und Equador, ins beschauliche und teure Norwegen verschlagen. So berichtet er zur Zeit von seinem Auslandssemester in Trondheim!

Wer also Lust und Muse hat, den ein oder anderen Bericht zu lesen oder einfach mal ein paar Bilder von der grandiosen Natur des skandinavischen Landes sehen möchte, darf sehr gern den nachfolgenden Link folgen.

http://paulinnorway.wordpress.com/ 

 

kurzes Update von meiner Seite:

Wenig Minuten zuvor habe ich meine Bachelorarbeit "inhaltlich" mit einer Präsentation via Telefonkonferenz mit meinen beiden Betreuern (einer Stuttgart, der andere hier in China) abgeschlossen. Aus diesenm Grund heißt es morgen erstmal etwas feiern. D.h.,nicht wie in Norwegen mit 9€ pro halben Liter Bier, sondern schööön für 50cent und frisch vom Faß!!!

Ich liebe China!

 

Beste Grüße, euer Felix

Tag 95: Oh mein Gott, es war Hund!!!

Freitag, 12.08.2011



Bevor ich im Mai nach China aufbrach, wurde ich von Freunden und Familie ständig mit den einheimischen Essgewohnheiten konfrontiert. Jeder weiß, dass China für seine exotische Küche bekannt ist. Da ich diesen Aufenthalt hier als großes Abenteuer sah, wollte ich auch nahezu alles Erdenkliche ausprobieren. Jedoch nur „Nahezu“!!! So schwor ich mir den Hund als Haustier zu belassen.

Seit 3 Monaten bin ich nun in China und habe mich in das Essen verliebt. Es gibt so viele verschiedene Fleischsorten, dass mir ständig das Wasser im Mund zusammenläuft. In echten chinesischen Restaurants gibt es auf der Speisekarte, neben der Beschreibung in vielen chinesischen Zeichen, auch immer riesen Bilder vom servierten Essen. Danach orientiere ich mich immer um meinen Wunsch auszudrücken.

Heute Mittag ging es mit ein paar chinesischen Kollegen raus aus der Firmenumgebung in ein Restaurant. Ich orderte 2 Teller: einmal das leckere Fleisch mit grünen Bohnen was ich immer bestelle und ein paar Innerrein mit Ei und ganzen Zwiebeln.  Nachdem jeder sein Essen vor sich hatte, klärten mich meine Chinesen auf, dass dies doch Hundefleisch und Hundeinnerrein sein. VOLLTREFFER!!! Das war es also, was ich die letzten Monate über aß und für delikat hielt.

Hund ist ziemlich teuer (verglichen mit Rind und Schweinefleisch) und gilt teils als Delikatesse. Aber auch viele Chinesen weigern sich inzwischen ihr eigenes Haustier zu verspeisen. Das Fleisch schmeckt ein wenig wie Rind, nur mit weicherer Konsistenz und einem sanften und süßlichen Geschmack. Trotzdem muss ich sagen: es war das letzte Mal, dass ich dieses Fleisch angerührt habe.

 

Damit entlasse ich euch alle in ein schönes Wochenende!

Felix

Tag 91: Auf zur Geburtsstätte von Kim Jong-il

Montag, 08.08.2011

Es sind nur noch 4,5 Wochen bis es wieder heißt „adé China“ und „Welcome back in Germany“. Mein ehrgeiziges Ziel für die Fertigstellung der Bachelorarbeit lautete KW34. Das bedeutet 2,5 Wochen vor der offiziellen Abgabe an der Universität. Drei Wochen vor Erreichen des Stichtages bin ich dank meiner zahlreichen Überstunden mehr als „In-Time“. Das macht mich schon ein wenig stolz, da es  nach 3 Jahren Studium wahrscheinlich meine erste Arbeit ist, die ich nach meinem selbst gesteckten Zeitplan erfülle. Das heißt in Fakten: 90% meines Inhaltes sind erarbeitet und 60 von geplanten 80-90 Seiten sind dokumentiert. Das fühlt sich gut an.

Die Motivation  kommt ja nicht von ungefähr. Da China sooooooooo viele Highlights zu bieten hat, sei es Metropolen, historische Stätten, oder auch gigantische Naturszenerien, plante ich nochmal eine letzte aufregende Tour.

-Eingebrannt hatte sich ein Trip nach Guilin („der Himmel auf Erden“) schon vor 2 Monaten. Jedoch schrecken mich die hohen Transferkosten (Flug Hin und Rück ca. 500€) etwas ab.

- Weitere Station wäre Chongqing gewesen. Von dort aus wollte ich zum weltberühmten Drei-Schluchten-Staudamm, für dessen Bau und der anschließenden Flutung 1,3Mio Menschen umgesiedelt werden mussten. Leider sind auch hier die Flugkosten „nicht geschenkt“.

-Dritte Idee war Urumqi. Eine Großstadt im Dreiländereck von Kasachstan, Russland und die Mongolei. Von hier aus plante ich eine Jeep Tour hinein in die Wüste Gobi inkl. Sandboarding und Oasen suchen. Diese Tour stellt, um ehrlich zu sein, den größten Reiz dar. Doch zwischen Changchun und Urumqi liegen 4000km. China ist einfach unbeschreiblich riesig…

Leider muss ich im Moment etwas auf mein Geld schauen, da ich mich am Stichtag zur Abgabe meiner Bachelorarbeit gegen 18Uhr gemeinsam mit 4 Studienfreunden am Frankfurter Flughafen in eine Maschine nach Rio de Janeiro/Brasilien setze. Dann heißt es drei Wochen mit dem Rucksack durch Brasilien reisen inkl. natürlich nach hübschen Brasilianerinnen an der Copacabana Ausschau halten. ;-) (Um Himmelswillen-ich will mich nicht beklagen^^)

So geht es nun am 26.August in das Changbaishan Gebirge, was im Grenzgebiet von China und Nordkorea liegt. Ziel der 3 tägigen Tour ist der Aufstieg auf den höchsten Gipfel, dem Paektusan, mit 2750m. Der Berg gilt als „Heiliger Berg“ von Nordkorea an dem auch das Staatsoberhaupt von Nordkorea, Kim Jong-il, geboren sein soll (was mit großer Wahrscheinlichkeit nicht der Wahrheit entspricht, aber so wird es in dem kommunistischen Land den Leuten verkauft). Der Paektusan  ist ein ehemals aktiver  Vulkan der 1903 das letzte Mal Asche spuckte. In seinem Inneren liegt der Ch’onji, ein Kratersee der zu den kältesten Seen der Welt  gehört. Die Staatengrenze verläuft genau durch den See, wodurch ich hoffe evtl. die Chance zu erhalten meinen Fuß, mehr oder weniger legal, auf nordkoreanisches Gebiet zu setzen. In dem Nationalpark „Changbaishan“ leben zahlreiche Tierarten wie Tiger, Leoparden, Braunbären und viele mehr. Ich denke das reicht um das Abenteuer, welches mich erwarten wird, anzudeuten. ;-) Dank chinesischer Hilfe kann ich den Bustrip mit einer chinesischen Reisegruppe mitmachen, denn Bus und Bahn gibt es dorthin nicht. Alles in allem wird mich der Trip voraussichtlich 60€ Kosten.

Eine kleine Story noch am Rande… Am Wochenende begab ich mich mit einem Kumpel von VW wieder einmal in thailändische Hände, nachdem es tagsüber im Schatten 38°C hatte-zu warm für jegliche, körperliche Betätigung. Für umgerechnet 10€ tanzt eine niedliche, junge Dame 120min auf deinem Rücken herum. Massiert dich mit Händen, Rücken, Knien und Füßen. Dabei werden alle erdenklichen Punkte, über deinen ganzen Körper verteilt, einmal gequält. Wem das nicht gefällt, ist selber schuld. ;-)

 

Liebe Grüße aus China in die Heimat! Fühlt euch gedrückt

Felix

Tag 84: China und seine Eigenheiten

Montag, 01.08.2011

Fast 2 Wochen ist es her, dass ich euch über den Stand meines Tuns in China wissen lassen habe. Auch wenn ich neben Arbeiten, Bachelorthesis schreiben und Chinesisch lernen doch recht gut ausgefüllt bin und täglich der letzte im Büro bin der nach Hause geht (bitte kein Mitleid-ich bin genug rumgereist fürs Erste), genießt man die Wochenenden trotzdem in vollen Zügen.

Aktion Quad-Tour:

Da vor einer Woche ein Arbeitskollege am Sonntag arbeiten musste, ließ er mich sein Quad fahren. Sein Pech war in dem Fall mein Glück.

 Eine kleine Gruppe von deutschen Ingenieuren, die für 3 Jahre in Changchun leben, haben sich für wahnsinnige 500€ ein funktionstüchtiges vier-rädriges Motorrad zugelegt. Da man diese zwar kaufen kann, aber nicht zugelassen bekommt, standen die Gefährte bereits 5 Wochen bei der Polizei auf dem Hof. Es ist in chinesischer STVO nicht geklärt ob ein Quad ein Motorrad, Roller oder ein Auto ist. Somit weiß auch niemand welcher Führerscheintyp greift. Genau aus diesem Grund bekommt man dafür auch kein Nummernschild. Lange Rede kurzer Sinn-Die 3 sind damit in der Stadt gefahren-Polizei hält sie an-alle drei beschlagnahmt. Witz an der Sache war: die Polizisten wollten, posierend auf der „Beute“ sitzend, noch ein Foto gemacht haben. „Fahren ohne Führerschein“ lautete die Anklage-darauf steht in China „Knast“. Da keiner in einem chinesischen Gefängnis sitzen möchte, wurde ein Externer beauftragt die drei Quads wieder aus der Gefangenschaft zu holen. Nach ein paar Lieferungen von Wertgegenständen und einem schnuckeligen Candle-Light diner mit dem Polizeichef (kein Witz!!!) durften die 3 Gefährte gegen eine zuzahlende „Parkgebühr“ wieder abgeholt werden. :-D So läuft Recht in China…

 Dabei kann ich noch eine weitere Info anbringen: Ein Polizist verdient in China umgerechnet 100€ im Monat, offiziell. Nach Hause gehen die Herren aber im Schnitt mit 600-900€. Ohne das Kind beim Namen zu nennen versteht jeder worauf ich hinaus will.

Die Quads stehen nun ca 50km außerhalb von Changchun-bei einem Bauern auf dem Land. Dieser bekommt einen Obolus dafür, dass er die Fahrzeuge im Schuppen hinter seinem Traktor versteckt. Dort angekommen glaubt man 50 Jahre zurück zu sein. Die Wohnung-unbeschreiblich. Die Küche? Ja…da ist ein riesen Topf unter welchen mit Holz Feuer gemacht wird. Das Wohnzimmer? Puuh…besteht aus einem erhöhten Holzgestell, was als Liegewiese dient. Dazu schwirren tausende Fliegen in dem Zimmer rum. Der Schimmel und die Tapete sind bereits eine Symbiose eingegangen. Aber ein Fernseher steht in der Schrankwand. Das Wohnzimmer fungiert gleichzeitige als Ess- und Schlafzimmer. Das Haus hatte ca. 60qm, wovon 50% nicht bewohnbar sind. Doch stolz zeigten sie uns, dass sie hier renovieren. An die Hausrückseite schloss sich unmittelbar das eigene Maisfeld an. Ich muss aber eingestehen: die selbst gezüchteten Gurken waren wahnsinnig lecker.

Da es den Tag zuvor geregnet hatte, bildeten sich auf den Feldwegen schöne Schlammpfützen und Wasserlöcher-ideal für einen Quadausritt. Als wir dort durch die Straßen bretterten rannte die Kinder auf den Straßenrand und jubelten einen zu. Die ganze Atmosphäre war wie auf einem Volksfest. Sobald wir anhielten kamen die Leute zurückhaltend aber in großer Schar auf uns zu und begutachteten die Technik auf 4 Rädern. Hielten wir wegen einer Panne, kamen 10 Mann mit eher improvisiertem Werkzeug an und jeder hatte eine bessere Idee. Genauso bekamen wir permanent Einladungen zum Essen mit der ganzen Familie. Während der Fahrt war der wichtigste Knopf am Lenker die Hupe. Anstatt vor Angst aus dem Weg zu gehen, glotzten uns Ente, Hahn, Ziege und Kuh an und dachten nicht im Geringsten daran die Straße zu räumen. So mussten wir ab und an zuschauen wie Daisy Duck mit ihren 15Küken langsam über den Weg watschelte. Der Ausflug wurde nach 7h beendet, nachdem jeder so langsam aber sicher über Kopfschmerzen klagte. Denn bei voller Hitze (ca. 34°C) durch Maisfelder rasen, lässt nicht nur die Haut rot werden, sondern schlägt sich auch aufs Wohlbefinden nieder. Jedoch war es ein grandioser Tag mit viiiiielen, vielen Eindrücken, die ich leider mit keiner Kamera annähernd hätte festhalten können.

das unbeschwerte LebenEingang zum Bauernhofstecken gebliebendie einzigste Strasse im Dorfwir sahen aus wie die schweineim Hintergrund die beiden netten Bauern

ein Taxi auf dem Land-mit 30km/h Spitze

 

 

Projekt Hasenkäfig:

Einer meiner Kollegen hält sich 2 verfressene Hasen in seinem Wohnzimmer. Neben mehreren Karotten verspeisen die Beiden auch gerne 1-2 Salatköpfe am Tag. Da das fett macht, brauchen sie ein größeres Zuhause. So ist das Projekt „Hasenkäfig“ geboren.

Da es in China keine fertigen Käfige gibt und auch keiner verstehen würde warum ein Haustier 2qm braucht, ging es ans selber fertigen. Da OBI, Praktiker und Hornbach hier fremd sind, ging es auf einen chinesischen Markt Bretter, Scharniere, Schrauben und Maschendraht kaufen. Hier ist jeder Stand 10qm groß und da liegen dann eben Schrauben neben Klobürste, Klappstuhl, Tapete,  Kinderspielzeug und Wokpfanne. Da Holz bekanntlich nur in fixen Größen verfügbar ist, wollten die Herren uns das zurecht sägen. Wär jetzt an eine Kreissäge denkt hat sich gewaltig geschnitten. Einen 180cm langen Schnitt ging er mit einer Handsäge, nicht länger als 10cm, an. Geschafft hatte er es, jedoch konnte man auf der geschnittenen Faser Achterbahn fahren. Selbe Spaß beim Schraubenkauf. So hat eben jeder „Laden“ ein oder 2 unterschiedliche Varianten. Hier gibt’s keine Normen, Bezeichnungen oder Verpackungen. Willst du die Schraube? Dann halt die Tüte auf und sag stop, wenn du genug hast. Preisschild? Haha… da ist Verhandlungsgeschick gefragt. Doch so gut wie du auch verhandelst-ich bin mir sicher man bezahlt noch immer den 10-fachen Preis. Daneben schloss sich ein Nahrungsmittelmarkt an. Hier gab es Fleisch-ungekühlt und von 1000 Fliegen umgeben. Kleine lebende Hunde (5€ das Stück), lebende Schildkröten in der Waschschüssel (1€ das Stück) und halb-ausgebrütete Eier (sprich Küken im Anfangsstadium). Der ganze Markt war einfach nur riiiiiiiiiiiiesig. Es hat bestialisch Gestunken-ein beißender Geruch der sich in der letzten Faser meines T-Shirts festsaugte. Daneben lagen dann eben frische Früchte und Gemüse. Hier bekommt man ständig Kostproben förmlich in den Mund geschoben. So kam es, dass ich eben die leckersten Kirschen ever gegessen hatte. Riesig, saftig und einfach nur „mmmmmhhhh“. Leider war mein „Mmmmhhh“ zu laut, wodurch das Kilo dann mal schnell 20€ kosten sollte, was wahrscheinlich dem 3fachen Monatslohn der bäuerlichen Dame hinter dem Holztisch entsprach.

 

China im Wandel:

Jeder hat bestimmt vom dem Zugunglück auf der Neubaustrecke Peking-Shanghai gehört bei dem 42 Menschen ums Leben kamen. Die Strecke wurde vor kurzen mit vielen Trara eröffnet, nachdem sie ein Jahr eher fertiggestellt wurde als geplant und nun der schnellste Zug der Welt (der dem ICE in In-und Exterieur doch erschreckend ähnlich sieht-aber abgekupfert ist hier nix ;-)) hier drüber rast. So ist die Trauer derzeit groß in China und sogar regimenahe Zeitungen üben Kritik an dem Wahn des immer Höher, immer Weiter und immer Schnelleren. So wurde der verantwortliche Minister (der nebenbei 100Millionen Schmiergelder in die Schweiz gebracht hatte) abgesägt und ein älterer Herr eingesetzt der nun auf Qualität und Sicherheit setzt. Erste Amtshandlung war es alle Schnellzüge im Betrieb umgehend um pauschal 50km/h zu drosseln. Dass diese Entscheidung Auswirkungen auf den Fahrplan des täglichen Bedarfs hat, vergaß er dabei. ;-)

 

So das waren kleine Anekdoten aus China. Beste Grüße in die Heimat

Felix

Tag 73: Skywalk 100 – 474 Meter im Himmel

Donnerstag, 21.07.2011

Seit 2 Stunden sitze ich nun angeschnallt auf meinem Sitz im Flugzeug von Shanghai/Pudong nach Changchun und warte darauf, dass es endlich losgeht. Aus unerklärlichen Gründen warten wir mal wieder auf irgendwelche Freigaben, die nicht kommen. So wird sich der heutige Arbeitstag bald in Luft auflösen und ich werde am Samstag mal wieder antanzen müssen. Auf dem Sitzplatz neben mir sitzt keine hübsche, braungebrannte Engländerin mehr, sondern eine helle, kleine Chinesin Namens Quin Dong. Nachdem wir uns mit Zobia schon gefreut hatten, dass wir vom selben Terminal abfliegen, mussten wir feststellen, dass sich unsere Wege schon am Check-in trennen werden. Denn nationale und internationale Flüge werden komplett separat abgewickelt. Der Flughafen Shanghai /Pudong hat 2 Terminals, welche jeweils in national und international unterteilt sind. Allein meine „Abflughalle“ hatte 240 Abfluggates. Dagegen Flughafen Changchun - im Gesamten 7!!! Soviel zur Größe.

Vor 5 Tagen, am Freitag, landeten wir in Shanghai. Da leider auch hier wieder eine Stunde Verspätung zu Buche stand, waren bereits alle öffentlichen Verkehrsmittel (Bus, Metro, Transrapid) eingestellt. So blieb uns nur das Taxi. Da ich ja immer gerne meine Taxiepisoden preisgebe, heute mal wieder eine: Die Fahrt sollte ca. eine Stunde bis zum Hostel dauern. Nach ca. 30min auf der Autobahn entschied sich der nette Fahrer mal wortlos rechts ranzufahren. Nun dacht ich schon der will wieder über den Preis verhandeln oder uns einfach rausschmeißen. Nein. Da holt er seine Augentropfen raus, da seine innere Uhr wahrscheinlich meinte das muss jetzt sein, und träufelt diese sich langsam ins Auge. Jedoch verlagerte er die Einwirkzeit auf die Fahrt und bretterte gleich wieder los. Mit Blick zum Dachhimmel schlenkerte er von einer Straßenseite zur Anderen. Von hinten hupten LKW’s und PKW’s gleichermaßen um die Wette. Zu meiner linken krallte sich Zobia in meinen Oberschenkel und flüsterte unaufhörlich: „I don’t wanna die-I will nicht sterben!“.  :-D Das war mal wieder ein Auftakt nach Maß.

Kaum angekommen im Hostel, klingelte schon das Telefon. 2 Arbeitskollegen waren die Woche über beruflich in Shanghai unterwegs und haben so gleich noch das Wochenende sinnvoll verlängert. Wir trafen uns gemeinsam noch in der BAR ROUGE. Das ist ein Nachtclub, auf dem Dach eines Hochhauses mit opulentem Blick auf die Skyline von Shanghai. Das war unglaublich beeindruckend.

Den Samstag begannen wir am “Bund“. Das ist die Uferpromenade des alten Shanghai’s mit perfektem Blick auf die Skyline des CBD. Anschließend ging es mit der Metro unter dem Fluss hindurch und wir waren im CBD Shanghai…ein Meer von Hochhäusern hob sich in den Himmel. Ziel war das 2.höchste Gebäude der Welt (nach dem Burj Dubai). Im 100. Stock des Shanghai World Financial Centres befindet sich der „Skywalk“. Die Aussichtsplattform ist komplett verglast und bietet einen atemberaubenden Blick über ganz Shanghai. Unter dem Skywalk spreizt sich ein Trapez auf, was dem Gebäude auch den Spitznamen „Bottleopener – Flaschenöffner“ verpasst hat. Den Rest des Tages haben wir auf sogenannten „Fakemarkets“ verbracht. Hier werden alle Markenartikel für einen Bruchteil des eigentlichen Preises verkauft. Natürlich ist hier handeln oberste Priorität.

Während dem Aufenthalt auf dem Fakemarkt rief mir eine junge Dame meinen Namen hinterher: „Felix!?“. Shanghai hat 23Mio Einwohner und so traf ich ZUFÄLLIG Man Lei. Wir haben in Beijing im selben Hostel übernachtet (wie damals erwähnt) und sie hat mich für Shanghai ein paar Tage zuvor mit Info’s zu Stadt, Unternehmungen und Weiterem top versorgt –Danke nochmals dafür ;-)

 Am Abend ging es natürlich mal wieder feiern. Wir trafen uns mit einer Gruppe italienischer Studenten (bitte nicht fragen wo ich die wieder her kenne) im Irisch Pub und genossen den Abend bei Livemusic. Später zogen wir durch diverse Kellerclubs. In einen dieser versackten wir beim typisch chinesischen Würfelspiel. Dafür stehen Würfelbecher in jeder Ecke. Jeder Spieler hat 5 Würfel. Alle würfeln gleichzeitig und einer beginnt zu vermuten wie viele Augen einer bestimmten Zahl vorhanden sind. Dabei bietet man sich gegenseitig hoch bis ein Spieler aufdeckt und nachgezählt wird. Der Verlierer nimmt einen Schluck vom Getränk.

Skyline des CBD ShanghaiNackenschmerzen vorprogrammiert - CBDShanghai World Financial Tower (li), Jin Mao TowerShanghai's Skyline im Modell Blick vom Skywalk 100Jin Mao Tower (aus der Vogelperspektive)Bier gibts auch in 4xx Meter ;-)Fakemarket - der gute alte FliegerhelmXinshai Square

Am folgenden Tag haben wir uns der Innenstadt und der Nanjin Road gewidmet. Diese Straße ist die berühmteste Einkaufsstraße Chinas und die höchst-frequentierteste der Welt. Auf ca. 5km Länge bieten sich Geschäfte aller Art. Naja, sie war sehr chaotisch, chinesisch. Alle 15m wurde man von einem Chinesen angesprochen, der einen Zettel mit Bildern von Uhren und Handtaschen vor die Nase hielt. Das war schon brutal lästig. Überall wo man etwas bezahlen wollte, standen auch schon die Bettler neben einen und riefen „Money, money!“ Im Ganzen ist Shanghai eine riesige, westliche Stadt die – wenn man sich auf all die Wolkenkratzer und Finanzzentren fokussiert. Die Nebenstraßen sind und bleiben absolut chinesisch. Um Zobia zu zitieren: „Man kann hier zwar eine Stadt nach westlichen Standard aufbauen, aber die chinesischen Einwohner bekommst du hier nicht raus!“ So wird weiterhin auf den Boden gespuckt, oberkörperfrei zu Abend gegessen, Wischwasser auf die Straße gekippt und der Müll eben einfach fallen gelassen.

Den ganzen Aufenthalt über war es eine drückende Schwüle. Temperaturen um die 33°C, aber eine Luftfeuchtigkeit jenseits dem was, speziell mein Körper, gewöhnt ist. Es verging keine Minute, da war mein T-Shirt komplett durchgeschwitzt. Soviel wie ich geschwitzt habe konnte ich garnicht an Flüssigkeit zu mir nehmen.

Als die Dunkelheit einbrach, gönnten wir uns eine Bootsfahrt auf dem Huangpu und bestaunten das Lichtermeer der Innenstadt. Und was macht ein Deutscher, der seit Ewigkeiten kein heimisches Essen mehr hatte? Der geht natürlich ins Paulaner Brauhaus. Davon gibt es ganze 4 Stück in Shanghai und obwohl ich mich dagegen immer versperrt hatte, musste ich doch mal unser „Inselkind“ in meine Kultur einweihen. ;-)

zaghafte Schritte in einer überdimensionierten WeltNanjing Einkaufsstrassebloß nicht braun werden!nanjing Road bei NachtCBD Pudong bei NachtDer Bund bei Nacht-ein Hauch von Europa

Übrigens, eine weitere Stunde ist vergangen und ich habe inzwischen mein Bordfrühstück verputzt. Die beiden „chinese History“ Studenten neben mir sprechen besser Englisch als meine Übersetzerin auf Arbeit (welche Englisch studiert hat). Die beiden wollen 7 Tage in Changchun Urlaub machen. Mein Kommentar: „Für das Geld wäre ich nach Sanya geflogen!“ Sanya ist eine Urlaubsinsel im Süden Chinas – auf Höhe von Thailand und Kambotscha. Dort jetzt ein kühles Bier, Sandstrand, Palmen… Nein!! lieber sitze ich im stickigen Flieger, mein Rücken und der Sitz sind bereits miteinander verschmolzen und keiner weiß wann es denn los geht.

Am Sonntag stand die Lupu-Brücke auf dem Programm. Diese Brücke liegt am südlichen Ende des ehemaligen Shanghai World Expo Geländes von 2010. Das besondere daran ist, dass man für 80RMB ein „Climb ticket“ bekommt. Dafür darf man sich dann auf die Spitze der Hängebrücke quälen. Belohnt wurden wir durch eine sehr schöne Aussicht über das komplette Expo Gelände und den Flussverlaufes durch die Stadt. Im Anschluss ging es zum „Yunan Garden“. Ein alter chinesicher Garten, wo auch die berühmte Brücke der neun Biegungen steht. Der Garten, bestückt mit chinesischen Pflanzen und Bäumen und einfach die gesamte Gestaltung, lud zum Träumen ein. Um diesen Park herum gab es wiederum viele enge Gassen mit Basaren. Wir blieben wieder einmal in einem „Dumpling’s restaurant“ hängen. Das sind kleine Nudeltaschen mit allen möglichen Sachen gefüllt. Frisch gegart werden sie in einer Holzschale serviert. Man kann es sich wie Maultaschen vorstellen. Es ist wirklich sehr, sehr lecker.

Da wir beide unbedingt mit dem Transrapid einmal fahren wollten, unsere Flüge jedoch so blöd lagen, dass dieser noch nicht/ nicht mehre in Betrieb war, entschlossen wir uns auf einen „Kaffee“ zum Flughafen „zurasen“. ;-) Return Ticket kostete 80RMB (ca. 8€) und ich habe seit langen mal wieder rumgezappelt wie ein kleiner Junge. Zur aktiven Zeit fährt der Maglev, wie er in Shanghai heißt, mit 450km/h über die extra erbaute Trasse. Das ist nur möglich aufgrund der Magnetschwebetechnik bei der (fast) keine Reibung entsteht und der schwere, antreibende Motor in der Trasse sitzt. Nach 18Uhr fährt er leider nur noch 300km/h, wodurch wir trotzdem in 8min am Flughafen waren (zur Erinnerung: mit Auto 1Std).

Kreuzung über 3-4 Etagen sind keine Seltenheitblick von der Lupu Bridge - Expo 2010Yunan GardenDumpling's... und der Kampf mit den Stäbchender Verkauf von Haustieren auf der Strasse ist keine SeltenheitTransrapid

Den letzten Tag vor der Abreise, bevor Zobia wieder nach Manchester/England fliegt und ich zurück nach Changchun mache, ließen wir sehr gemütlich angehen und schlenderten einfach noch ein wenig durch die Stadt. Als (krönenden) Abschluss gönnten wir uns ein Abendessen im höchsten Restaurant Shanghai’s-im 56. Stock des Jin Mao Tower‘s (423m und das 5. höchste Gebäude der Welt). Der Tower steht direkt im CBD neben dem „Bottle opener“. In diesem Restaurant gibt es erwartungsgemäß nur Fensterplätze. Ich denke den atemberaubenden Blick bei Nacht über ganz Shanghai muss ich wohl nicht erwähnen.

aus dem 56.Stock...leider spiegelt es etwas

Es waren sehr schöne 20 Tage mit Zobia zusammen –dickes Danke für die Gesellschaft (Thanks for your stay Zobz ;-)) Ich werde sie vermutlich erst frühestens in 3 Monaten wieder sehen. Dagegen steht Dtl ja in 1,5 Monaten wieder auf dem Plan. Nun heißt es aber erstmal Schluss mit Reisen und an die Arbeit rangeklotzt. Ich bin mit meiner ganzen Arbeit gut im Zeitplan, aber so sind die letzten Wochen bekanntlich doch immer die Stressigsten.

Fühlt euch gedrückt und geherzt. Allen aktuellen Urlaubern wünsch ich viel Spaß und Erholung. Und über ein kleines „Hallo“ als Kommentar freue ich mich immer ;-)

Felix

PS: mein Flieger ist mit knapp 4Std Verspätung in Changchun gelandet – jedoch sicher ;-)

Tag 64: Auf den Spuren Qin Shihuang‘s

Dienstag, 12.07.2011

Am Freitagabend hieß es ab nach Beijing. Den ganzen Tag hatte es schon geregnet wie aus Kübeln, was ziemlich unüblich ist. Diese Gegebenheit sollte auch dem Flughafen zu schaffen machen. Am späten Abend machten Zobia und ich uns auf den Weg zum Flughafen. Nachdem wir 10min im strömenden Regen standen, hielt endlich mal ein Taxi an und nahm uns mit. Nach ca. 5min fahrt, fing der Fahrer an einen Pauschalpreis zu veranschlagen, der mehr als dem doppelten des Normalen entsprach. Als ich mich weigerte, hielt er rechts an und wollt uns im Nirgendwo rausschmeißen. Wohlwissend, dass wir unter Zeitdruck sind und es in Strömen regnet. Zähneknirschend gab ich klein bei und fluchte die ganze Fahrt vor mich her. Ich gebe mein Bestes um mich zu integrieren und als Dank gibt es solche Leute die dich als unwissenden Tourist behandeln. Doch die „Rache der Gerechtigkeit“ sollte nicht lange auf sich warten lassen… Vor lauter Regen standen teilweise ganze Strassenabschnitte unter Wasser. Da es zudem trotzdem brütend heiß war, hatte der Taxifahrer sein Fenster komplett unten. Und wie es kommend sollte, bretterte ein LKW auf der Gegenfahrbahn durch solch eine Wasserlache und es gab, wie in der Wildwasserbahn, die volle Ladung ins Auto!!! Der Taxifahrer (und auch wir) begossen wie die Pudel aber nichts desto trotz haben wir uns beide vor Lachen nicht mehr ein bekommen.;-) Der Taxifahrer fluchte wie ein Rohrspatz. Das war mir der „Eintritt“ wert. Angekommen am Flughafen herrschte totales Chaos, da in den letzten 8h kein Flieger pünktlich bzw. überhaupt abhob. So graute uns schon schlimmes. Doch wie es der Zufall wollte, war unsere „Hainan-Maschine“ (die beim letzten Trip nach Beijing den Flug meiner Kollegen cancelten und ich deshalb allein war) die EINZIGSTE, welche pünktlich gestartet ist.

In Beijing gg halb3 am Morgen im Hostel angekommen, hatten wir einen Bärenhunger. Für solche Leute gibt es in der Hauptstadt Chinas 24h Restaurants. Das sind die, welche mit roten Lampions bestückt sind. Das Essen dauerte recht lange, was wohl daran lag, dass der Koch erst mal geweckt werden musste. :-D

Am Samstag machten wir eine Beijing Tour mit viel Kultur und Grün. U.a. Verbotene Stadt, Tian’an men square, Benhai Park, Hutongs und und und. Letztes Ziel des Tages war der Sommerpalast im Nordwesten Beijings. Das Weltkulturerbe diente damals als Sommerresidenz der Kaiser und wurde im 18.Jh errichtet. Um diesen Ort komplett zu Entdecken, müsste man sich min. einen ganzen Tag zeitnehmen. Wir beließen es jedoch bei einem gemütlichen Spaziergang am See entlang und durch die kaiserlichen Gärten. Zum Abschluss genossen wir noch den Sonnenuntergang auf der „Siebzehn-Bogen Brücke“ und machten uns anschließend auf zum Houhai See. Das ist ein See im Zentrum von Beijing der bestückt ist mit unzähligen Clubs, Bars und Cafés. Hier erholten wir uns von einem stressigen Tag, genüsslich bei einer Shisha und ein paar Drinks.

was darfs heute sein? Obst im ÜberflussBenhai ParkPark am SommerpalastSommerpalast

Am Sonntag ging es früh um 7Uhr los auf eine 2h Bustour zur Drachen Schlucht „LongQing Xia“ bei Yanqing. Diese Bergregion wird auch das „Guilin des Nordens“ genannt. Hier schlängelt sich das Wasser durch eine enge Schlucht, eingerahmt von 100m hohen Hügeln, die eine beindruckende Szenerie darstellten. Von einem dieser Peaks ragte ein Brückenarm in die Schlucht hinein, zu nur einem Zweck – Bungee Jumping!!! :-D Als ich Zobia das erste Mal auf einen Kaffee traf, stellten wir beide fest, dass dieser Adrenalin Kick noch auf unsere beider „To Do Listen“ stand. Verständlicherweise freuten wir uns wie kleine Kinder als wir das Plateau sahen. Zeit einen Hacken dran zu machen!!!  ;-) Nachdem ich beim internen „Schnick-Schnack-Schuck“ verloren hatte, ging’s hoch hinauf. Es war eine beeindruckende Szenerie in die es hineinzuspringen galt. Rauf auf die Absprungplatte, Blick nach unten – 70 Meter NIX und dann Wasser. Nach 3sec Beineschlackern gab es einen seichten Stuppser von hinten und ab ging die Post………………… Einfach Atemberaubend geil!!! Noch beim Ausbaumeln dachte ich mir: „Ab, hoch und nochmal!!!“. Den restlichen Tag wanderten wir noch durch die Berge um uns auch mal ein Bild von oben machen zu können. Alles in allem ein wunderschöner Tag, ohne Großstadtlärm und viel Trubel.

Bungeeeeeeeeeeemit Genuss rein ins Glück!eine wunderschöne LandschaftLiebe Grüß an Chris!!! Hard Rock Café Beijing

Am Sonntag ging es endlich zur Chinesischen Mauer. Gegen 6Uhr in der Früh ging der Bus nach Jinshanling. Nach 3h fahrt waren wir endlich am Ziel angelangt. Jinshanling ist eine von vielen Stationen für Touris der chinesischen Mauer. Jedoch ist dieser Spot gering frequentiert, kaum restauriert und in seien Höhenunterschieden sehr anspruchsvoll. Also genau das richtige für uns ;-) Alle Insassen im Bus waren ausgerüstet mit Wanderschuhen und Sportklamotten. Der übermütige Herr Lindner jedoch mit Badeshorts und Badelatschen. Um ehrlich zu sein, habe ich es an den einen oder anderen Anstiegen etwas bereut. So wanderten wir etwa 4h über die Mauer und legten dabei etwa 10km zurück. Hinter jedem Turm eröffnete sich ein neues Landschaftsbild und es war einfach nur beeindruckend. Teilweise ging es so steil die Mauer hinauf, dass man Hände und Füße für den Aufstieg brauchte. An anderer Stelle war die Mauer so zu gewachsen, dass man sich durchs mannshohe Gebüsch arbeitete. Hinzu kamen 35°C und volle Sonne die einem wirklich zu schaffen machten. Glücklicherweise hatten sich in jedem Turm mongolische Farmer mit kalten Getränken verschanzt, die dir gg ein gewisses Entgelt eine Erfrischung anboten. Auf der letzten Hälfte schlossen wir uns einer Gruppe von Engländern & Kanadiern an und schwitzten um die Wette. Nach dieser Mauertortur war auf der Rücktour im Bus kein „Mucks“ zu vernehmen. :-P

der Aufstieg auf dem Weg zur eigentlichen MauerChinesische Mauermit Händen und Füßen den Weg hinaufvon der Natur in Beschlag genommen

Zu guter Letzt wurden wir an diesem Montag vom täglichen Beijing-Stau eingeholt. Nachdem sich eine ganze Weile nichts mehr bewegte, empfahl man uns zur nächsten U-Bahn Station zu laufen. So bekamen wir auch planmäßig unseren Flug zurück nach Changchun.

Ein facettenreiches, aufregendes und schönes verlängertes Wochenende ist Vergangenheit. Wir hatten beide sehr viel Spaß und werden unseren Muskelkater bis Freitag auskurieren, denn dann steigen wir in den nächsten Flieger, der uns nach Shanghai bringen wird. Dort verbringen wir 4,5 Tage bis ich Zobia dann wieder schweren Herzens nach England entlassen werde.

Was erwartet uns in Shanghai?

- Fahrt mit dem schnellsten Zug der Welt: der Maglev (=Transrapid), der den Flughafen Pudong mit der Innenstadt in 10min bei 450km/h Höchstgeschwindigkeit verbindet.

- unser Hostel direkt am Bund mit direkter Sicht auf das CBD Shanghai’s (=Central business district)

- Besuch der Stadt Suzhou, dem „Venedig Asiens“

- mit den Leuten treffen, die ich vor einem Monat in Beijing kennen gelernt habe….und und und

 

Liebste Grüße aus China

Euer Felix

Tag 57: Besuch ist da!

Dienstag, 05.07.2011

Da ich mich bislang immer wöchentlich gemeldet habe, sollen heute wenigstens kurz ein paar Zeilen folgen.

Am Samstag ist Zobia mit ein wenig Verspätung sicher gelandet. Seitdem zeige ich ihr Changchun und führe sie täglich in neue chinesiche Köstlichkeiten (mehr oder weniger) ein. Zum Abendbrot wünscht sie sich ständig "echte" chinesiche Nudeln, jedoch sind Nudeln und Reis das Essen "der Armen". Des Weiteren gibt es Reis bereits zum Frühstück und Mittag, weshalb kein Chinese auf die Idee kommen würde, dies im Restaurant zu ordern (und somit steht dies auch nie auf der Speisekarte). Das Essen (in einem typisch chinesischen Restaurant) besteht somit "immer" aus diversen Fleisch- und Fischsorten und Gemüse. Es gibt hier eine Art "riesen" Chilli. Sieht aus wie grüne Paprika, aber feuert ohne Ende!

Am Wochenende wollten wir eigentlich in einen Sibirischen Tiger Park. Von sibirischen Tigern gibt es nur noch 200 auf der ganzen Welt und davon sind 10 wildlebend. Nachdem mich aber eine Freund anrief, der den Park (nur einige Stunden vor uns) besucht hatte, nahmen wir davon Abstand. Die Lebensbedingungen sollen den Tieren absolut unwürdig sein. Da es bis dahin auch ein ziemlicher Ritt gewesen wäre, entschieden wir uns den Tag am South Lake zu verbringen. Hier schnappten wir uns ein Ruderboot und raus ging es auf den See. Geschmückt wurden wir von grellen orangenen Rettungswesten. Als ich meinte ich könne doch schwimmen, wollte der nette Bootsvermieter mir einfach keine "Nussschale" rausrücken. Das Boot roch "etwas" nach Urin und die Paddel waren unterschiedlich lang :-D Sprich, haben wir gleichmäßig gerudert, drehten wir uns im Kreis (dem Hebelgesetz sei dank). Doch gerade dieser ganze Umstand machte den Trip ziemlich amüsant.

Andernorts ging es durch typische chinesische Hinterhofstrassen die alle ziemlich streng riechen. Hier gab es eben lebende Tauben im Käfig, die leider Gottes nur noch auf die Endstation "Grill" warteten. Genauso sahen wir kleine Küken, denen das selbe Schicksal blühte. Alles in allem, ist das Verhältnis von Chinesen zu Tieren schon etwas "gestört" in unseren Augen.

Wenn wir uns hier in der Öffentlichkeit bewegen, "gaffen" die Chinesen nochmehr als wenn ich alleine unterwegs war. Zobia - ziemlich groß für eine Frau und arabisch ausehend, ich - groß und Deutsch... ihr könnt euch vorstellen wie sehr wir auffallen. Die Chinesen reisen kaum. Liegt einerseits an den geringen Löhnen, denn Flüge sind genauso teuer wie anderswo und bei 5-10 Urlaubstagen (kommt auf die Dauer der Betriebsdazugehörigkeit an) sind keine großen Reisen drin. Auserdem müssen Reisen ins Ausland bei den Behörden beantragt werden und werden meist erst NACH dem geplanten Reisedatum beantwortet. Hinzu kommt die Deutung der Hautfarbe. Menschen mit dunkler Hautfarbe sind hier niederes Volk - sprich Arbeiter, denn sie sind bei der täglichen Strassenarbeit der Sonne ausgesetzt. So wurde ich ernsthaft von einem Taxifahrer angesprochen, warum ich mich denn mit einer "Arbeiterin" abgebe, da ich doch der Deutsche mit Geld sei...

Nächste Woche berichte ich von der Chinesischen Mauer, dem Sommer Palast der Kaiser in Beijing und und und...

Bye bye, felix

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